Sturzfluten

Sturzfluten bezeichnen in der Hydrologie und im Agrarwesen plötzlich auftretende, örtlich begrenzte Hochwasserereignisse, die durch extrem intensive, kurzzeitige Niederschläge (Starkregen) ausgelöst werden. Im Gegensatz zu Flusshochwassern entstehen sie innerhalb weniger Minuten bis Stunden auf kleinem Raum und sind durch sehr hohe Abflussspitzen und große Fließgeschwindigkeiten charakterisiert. Ursache ist die Überschreitung der Infiltrationskapazität des Bodens, wodurch es zu oberflächigem Abfluss auf landwirtschaftlich genutzten Flächen kommt.

Die Folgen für die Landwirtschaft umfassen Bodenerosion durch abfließendes Wasser, Verschlämmung der Bodenoberfläche, Abtrag von humosem Oberboden sowie Schäden an Kulturen durch mechanische Einwirkung und Überflutung. Zudem können Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel von den Flächen in angrenzende Gewässer verlagert werden. Präventive Maßnahmen im Ackerbau sind unter anderem eine angepasste Fruchtfolge, konservierende Bodenbearbeitung, Zwischenfruchtanbau sowie die Anlage von Rückhalteflächen oder begrünten Abflusswegen. Rechtlich relevant ist die Thematik im Kontext der guten fachlichen Praxis sowie der Vorgaben zum Erosionsschutz nach der österreichischen ÖPUL-Verordnung bzw. der deutschen Düngeverordnung und dem Wasserhaushaltsgesetz, welche die Vermeidung von Stoffeinträgen durch Oberflächenabfluss regeln.

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