Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist im landwirtschaftlichen Kontext des Jahres 2026 keine geografische oder biologische Bezeichnung, sondern ein geopolitischer und logistischer Begriff. Sie bezeichnet die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die ein erheblicher Anteil der globalen Rohöl- und Flüssiggas-Transporte (LNG) abgewickelt wird. Für die Landwirtschaft in Deutschland und Österreich ist diese Passage von zentraler Bedeutung, da sie die Versorgungssicherheit mit mineralischen Stickstoffdüngern und Pflanzenschutzmitteln beeinflusst. Die Herstellung dieser Betriebsmittel ist in hohem Maße von Erdgas als Rohstoff und Energiequelle abhängig. Eine Blockade oder militärische Auseinandersetzung in der Straße von Hormus führt zu unmittelbaren Preissteigerungen und Lieferengpässen bei Düngemitteln, was die Produktionskosten in der pflanzlichen Erzeugung signifikant erhöht. Die Abhängigkeit von dieser Handelsroute unterstreicht die Verwundbarkeit der mitteleuropäischen Agrarproduktion gegenüber externen geopolitischen Risiken und hat in den Jahren 2024 bis 2026 zu verstärkten Bestrebungen geführt, alternative Bezugsquellen und stickstoffreduzierte Anbauverfahren zu etablieren.

