Stammbasis

Die Stammbasis bezeichnet in der Pflanzenbauwissenschaft den Übergangsbereich zwischen dem oberirdischen Sprossachsensystem und dem Wurzelhals beziehungsweise den obersten Wurzelansätzen einer Pflanze. Morphologisch ist sie durch eine Verdickung und verholzte Struktur gekennzeichnet, die bei zweikeimblättrigen Kulturpflanzen wie Raps, Mais oder Sonnenblumen eine zentrale Rolle für die Standfestigkeit und die Nährstoffleitung spielt. In der Landwirtschaft ist die Stammbasis ein entscheidender Indikator für die Gesundheit und Vitalität der Pflanze, da hier häufig pathogene Pilzbefälle wie Fusarium-Arten oder Ophiobolus graminis (Schwarzbeinigkeit) auftreten. Diese Pathogene dringen bevorzugt über Wunden oder natürliche Öffnungen an der Stammbasis ein und können zu Lager, Ertragsverlusten oder Qualitätsminderungen führen.

Im Ackerbau wird die Stammbasis bei der Bestandesbonitur beurteilt, um den Gesundheitszustand der Pflanzen zu erfassen und gegebenenfalls ackerbauliche oder pflanzenschutzliche Maßnahmen einzuleiten. Zudem ist sie bei der mechanischen Unkrautbekämpfung oder bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln von Bedeutung, da die Benetzung und Wirkstoffaufnahme an dieser Stelle die Effektivität der Behandlung beeinflusst. Die Stammbasis ist nicht mit dem Wurzelhals zu verwechseln, der den Übergang von der Wurzel zum Spross markiert; vielmehr stellt sie den unteren Sprossabschnitt dar, der bei einigen Kulturen wie Mais auch als Etablierungszone für Halmfüße dient. Ihre strukturelle Integrität ist für die Wasser- und Nährstoffaufnahme sowie für die Ableitung von Assimilaten unerlässlich.

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