Sojaschrot
Sojaschrot ist das bei der industriellen Ölgewinnung aus Sojabohnen (Glycine max) anfallende proteinreiche Nebenprodukt. Es wird entweder durch mechanisches Pressen (Presskuchen) oder, überwiegend, durch Lösungsmittelextraktion mit anschließender thermischer Entlösung und Toastung hergestellt. Der Rohproteingehalt beträgt je nach Verarbeitung und Entölungsgrad zwischen 44 und 50 Prozent in der Trockenmasse, weshalb Sojaschrot als hochwertiges Eiweißfuttermittel in der Nutztierfütterung, insbesondere für Schweine, Geflügel und Milchvieh, eingesetzt wird.
Die Verfütterung unterliegt in Österreich und Deutschland den Vorgaben des Futtermittelrechts (u.a. Futtermittelverordnung). Für die Kennzeichnung sind der Gehalt an Rohprotein, Rohfaser und gegebenenfalls der Anteil an gentechnisch veränderten Organismen (GVO) relevant. Seit 2025 gilt die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die für importiertes Sojaschrot die lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zum Anbauort ohne Entwaldung nach dem 31. Dezember 2020 vorschreibt. Als eiweißreiches Futtermittel trägt Sojaschrot zur Deckung des Aminosäurenbedarfs in der Tierernährung bei, bleibt jedoch aufgrund überwiegender Importe aus Übersee Gegenstand von Nachhaltigkeitsdebatten.

