Schnittschutzhose
Die Schnittschutzhose ist ein persönliches Schutzmittel (PSA) der Kategorie II gemäß Verordnung (EU) 2016/425, das in der Forst- und Landwirtschaft primär beim Umgang mit handgeführten Motorsägen zum Einsatz kommt. Ihr Funktionsprinzip beruht auf einem mehrschichtigen Textilaufbau, bei dem zwischen einem reißfesten Außenmaterial und einem rutschhemmenden Innenfutter spezielle Polsterfasern (z. B. Polyethylen oder Aramid) eingearbeitet sind. Im Falle eines Kettendurchschlags werden diese Fasern durch die Sägezähne erfasst, aus dem Gewebe gezogen und verwickeln sich im Kettenantrieb, wodurch die Kette innerhalb von Millisekunden blockiert wird. Die Schutzwirkung ist normativ durch die EN 381-5 definiert, wobei die Schnittfestigkeitsklassen (0 bis 3) die maximale Kettengeschwindigkeit angeben, bei der ein Schutz gewährleistet ist. In der Landwirtschaft ist das Tragen einer Schnittschutzhose bei Baumfäll- und Entastungsarbeiten mit einer Motorsäge arbeitsrechtlich vorgeschrieben, etwa gemäß der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 in Deutschland bzw. der Allgemeinen Arbeitnehmerschutzverordnung (AAV) in Österreich. Die Auswahl der Hose muss anhand der tatsächlichen Kettengeschwindigkeit der verwendeten Säge erfolgen; zudem sind Herstellerangaben zu Passform, Pflege und maximaler Gebrauchsdauer zu beachten, da eine Beeinträchtigung der Schutzwirkung durch Verschleiß oder unsachgemäße Reinigung nicht ausgeschlossen werden kann.
