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Schneekanone

Die Schneekanone ist ein technisches Gerät zur künstlichen Beschneiung von landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere im Obst- und Weinbau. Sie dient dem Frostschutz, indem sie durch die Verdüsung von Wasser unter Druck und die Zugabe von Kristallisationskeimen (meist Proteine aus Bakterien wie Pseudomonas syringae) eine feine Eisbildung auf den Pflanzen erzeugt. Bei der Phasenänderung von Wasser zu Eis wird Kristallisationswärme freigesetzt, die das umliegende Gewebe vor Unterkühlung und Frostschäden schützt. Der Einsatz erfolgt in der Regel bei Strahlungsfrostnächten im Frühjahr, wenn die Lufttemperatur unter den Gefrierpunkt fällt. Die Steuerung erfolgt automatisiert über Temperaturfühler und Wetterstationen. In Deutschland und Österreich unterliegt der Betrieb von Schneekanonen wasserrechtlichen Genehmigungen, da der Wasserentzug aus Oberflächengewässern oder Grundwasser reguliert ist. Zudem sind die energetischen Kosten sowie potenzielle Lärmemissionen in der Nachbarschaft zu berücksichtigen. Die Technik stellt eine betriebswirtschaftliche Investition dar, die im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes als nichtchemische Maßnahme zur Ertragssicherung eingesetzt wird.