Ricke
Die Ricke bezeichnet in der jagdlichen und landwirtschaftlichen Terminologie das weibliche, geschlechtsreife Stück des Rehwilds (Capreolus capreolus). Im Gegensatz zum männlichen Tier, dem Bock, ist die Ricke in der Regel hornlos und weist einen schlankeren, weniger massigen Körperbau auf. Die Geschlechtsbestimmung erfolgt im Feld anhand des Fehlens des Gehörns sowie des charakteristischen, oft als „Schürze“ bezeichneten Haarbüschels am Geschlechtsteil. Die Ricke ist nach dem Setzen der Kitze (meist ein bis zwei, seltener drei) im späten Frühjahr für deren Aufzucht und Führung verantwortlich. In der landwirtschaftlichen Praxis ist die Ricke von Bedeutung, da sie durch Äsen an Feldfrüchten, insbesondere an jungen Getreidepflanzen, Leguminosen oder Raps, sowie durch das Verbeißen an Forstkulturen wirtschaftliche Schäden verursachen kann. Die Regulierung des Rehwildbestands, einschließlich der weiblichen Stücke, unterliegt den jeweiligen landesrechtlichen Jagdgesetzen und ist Teil des jagdlichen Hegeplans, um einen gesunden Wildbestand im Einklang mit den land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsinteressen zu gewährleisten.


