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Reifegrad

Der Reifegrad bezeichnet im landwirtschaftlichen Kontext den physiologischen und biochemischen Zustand einer pflanzlichen Erntepartie zu einem bestimmten Zeitpunkt, der durch messbare Parameter wie Trockensubstanzgehalt, Zuckergehalt, Stärkegehalt, Säuregehalt oder Farbe definiert wird. Er dient als objektives Kriterium zur Bestimmung des optimalen Erntezeitpunkts, um eine maximale Ertragsqualität und -quantität unter Berücksichtigung der anschließenden Verarbeitungs- oder Lagerungsprozesse zu gewährleisten. Die Bestimmung erfolgt artspezifisch; bei Getreide wird der Reifegrad über die Kornfeuchte (z. B. 14–15 % für die Druschreife) ermittelt, bei Obst über den Refraktometerwert (Brix) und die Fruchtfleischfestigkeit, bei Kartoffeln über den Stärkegehalt und die Schalenfestigkeit. In Österreich und Deutschland ist die korrekte Erfassung des Reifegrads relevant für die Einhaltung von Qualitätsnormen gemäß der EU-Vermarktungsnormen sowie für die Düngeplanung im Rahmen der Düngeverordnung, da eine zu späte Ernte Nährstoffauswaschungen begünstigen kann. Die Reifeentwicklung wird durch abiotische Faktoren wie Temperatur, Wasserverfügbarkeit und Sonneneinstrahlung sowie durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie Sortenwahl und Stickstoffdüngung beeinflusst.