Qualitätssiegel
Ein Qualitätssiegel im Agrarsektor ist ein rechtlich geschütztes Kennzeichen, das auf Verpackungen oder Etiketten landwirtschaftlicher Erzeugnisse angebracht wird. Es dient der standardisierten Information über bestimmte, nachweislich eingehaltene Produktions-, Verarbeitungs- oder Herkunftseigenschaften, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Die Vergabe erfolgt durch unabhängige, akkreditierte Prüfstellen oder staatlich anerkannte Institutionen auf Basis vertraglich festgelegter Kriterienkataloge. Diese Kriterien umfassen unter anderem Aspekte der Tierhaltung, des Pflanzenschutzes, der Düngung, der Futterzusammensetzung oder der Regionalität. Die Einhaltung wird durch regelmäßige, dokumentierte Kontrollen entlang der gesamten Wertschöpfungskette überwacht. Bekannte Beispiele im deutschsprachigen Raum sind das staatliche Bio-Siegel, das EU-Bio-Logo oder geschützte geografische Angaben (g.g.A.). Die Verwendung eines Qualitätssiegels ohne gültige Zertifizierung stellt einen Verstoß gegen das Wettbewerbs- und Lebensmittelrecht dar. Für den landwirtschaftlichen Betrieb bedeutet die Teilnahme an einem Siegelprogramm einen erhöhten Dokumentations- und Prüfaufwand, der durch potenzielle Marktvorteile kompensiert werden kann.

