Olivenanbau
Der Olivenanbau (Olea europaea L.) bezeichnet die planmäßige, landwirtschaftliche Kultivierung des Olivenbaums zur Gewinnung von Früchten, die primär der Ölproduktion oder der Tafelolivenherstellung dienen. Als perenniales, tiefwurzelndes Gehölz gedeiht die Kulturpflanze vorrangig in Regionen mit mediterranem Klima, das durch milde, feuchte Winter und heiße, trockene Sommer gekennzeichnet ist. Die Anbaupraxis umfasst die Auswahl geeigneter Sorten, die Pflanzung in definierten Pflanzverbänden, die vegetative Vermehrung über Stecklinge oder Veredelung sowie die Bewässerungssteuerung, da der Wasserbedarf während der Fruchtentwicklung kritisch ist. Der Boden sollte gut drainiert und kalkhaltig sein; Staunässe führt zu Wurzelfäule. Die Ernte erfolgt mechanisch oder manuell, wobei der Reifegrad der Früchte den Ölgehalt und die Säurewerte des späteren Produkts beeinflusst. In der Europäischen Union unterliegt der Olivenanbau der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und spezifischen Qualitätsregelungen, die Anbautechniken, Pflanzenschutzmittelanwendung und Rückstandshöchstgehalte regulieren. In Österreich und Deutschland ist der Olivenanbau aufgrund klimatischer Bedingungen nur in Sonderkulturen oder geschützten Lagen möglich und besitzt keine nennenswerte agrarwirtschaftliche Bedeutung; relevante Regelungen betreffen vorrangig den Import und die Verarbeitung.
Die Bewirtschaftung erfordert ein integriertes Pflanzenschutzmanagement gegen Schaderreger wie die Olivenfruchtfliege (Bactrocera oleae) und pilzliche Pathogene. Düngungsmaßnahmen orientieren sich an Bodenanalysen und der Düngeverordnung, wobei Stickstoffgaben phänologisch angepasst werden. Ein zunehmender Fokus liegt auf wassersparenden Bewässerungssystemen und der Erosionskontrolle in Hanglagen.

