Laufstall
Der Laufstall ist eine Haltungsform für landwirtschaftliche Nutztiere, insbesondere Rinder, Schweine und Schafe, bei der die Tiere nicht dauerhaft angebunden sind, sondern sich innerhalb eines definierten Stallbereichs frei bewegen können. Im Gegensatz zur Anbindehaltung, die in Österreich und Deutschland zunehmend eingeschränkt wird, ermöglicht der Laufstall den Tieren arttypische Verhaltensweisen wie Liegen, Fressen und Sozialkontakt. Die bauliche Ausführung umfasst in der Regel einen Liegebereich mit Einstreu oder Gummimatten, einen Fressgang sowie einen Laufhof oder Auslauf. Die rechtlichen Grundlagen für die Laufstallhaltung ergeben sich in Österreich aus der 1. Tierhaltungsverordnung und in Deutschland aus der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die Mindestanforderungen an Platzangebot, Bodenbeschaffenheit und Klimaführung festlegen. Im Jahr 2026 sind in beiden Ländern Übergangsfristen für die Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung weitgehend ausgelaufen, sodass der Laufstall den dominierenden Standard in der modernen Rinderhaltung darstellt. Die Wirtschaftlichkeit dieser Haltungsform wird durch geringere Arbeitszeitkosten bei der Entmistung und Fütterung sowie durch eine potenziell höhere Tiergesundheit beeinflusst, erfordert jedoch höhere Investitionen in Stalltechnik und Flächenmanagement.

