Kornfüllungsphase
Die Kornfüllungsphase bezeichnet in der Pflanzenphysiologie den finalen Abschnitt der generativen Entwicklung von Getreide und anderen Körnerfrüchten, der unmittelbar nach der Blüte und Befruchtung einsetzt. In dieser Phase erfolgt die Einlagerung von Assimilaten, vorwiegend Stärke und Proteinen, in die sich entwickelnden Endospermzellen des Korns. Die Dauer und Intensität der Kornfüllungsphase sind maßgeblich für die spätere Ertragsbildung und die Qualitätsparameter wie das Tausendkorngewicht sowie der Rohproteingehalt. Sie wird durch abiotische Faktoren wie Temperatur, Wasserverfügbarkeit und Stickstoffversorgung beeinflusst; insbesondere Trockenstress oder Hitzewellen während dieser Phase führen zu irreversiblen Ertrags- und Qualitätseinbußen. Die Stickstoffdüngung ist gemäß der Düngeverordnung (DüV) in dieser Phase in Deutschland und Österreich streng limitiert, um eine Überversorgung und damit verbundene Umweltbelastungen zu vermeiden. Die Kornfüllungsphase endet mit der physiologischen Reife, wenn der Kornwassergehalt auf etwa 30 bis 40 Prozent abgesunken ist und die Nährstoffeinlagerung abgeschlossen ist.

