Kornansatz
Der Kornansatz bezeichnet in der Pflanzenbauwissenschaft den Prozess der Anlage und initialen Entwicklung der generativen Fortpflanzungsorgane bei Getreide und anderen Körnerfrüchten. Er umfasst die Phase von der Differenzierung der Ährchenanlagen bis zum Abschluss der Blüte und dem Beginn der Kornfüllung. Im engeren agronomischen Sinn wird darunter die Anzahl der fertilen Ährchen bzw. Einzelkörner pro Ähre oder Rispe verstanden, die sich aus der Bestockungs- und Reduktionsphase ergibt. Der Kornansatz ist ein entscheidender Ertragskomponentenfaktor, der maßgeblich durch genetische Veranlagung, Stickstoffversorgung, Wasserverfügbarkeit sowie Temperaturverläufe während des Schossens und der Blüte beeinflusst wird.
Eine unzureichende Assimilat- oder Nährstoffverfügbarkeit in diesem Entwicklungsfenster führt zu einer erhöhten Sterblichkeit von Blütenanlagen und damit zu einem reduzierten Kornansatz. In der pflanzenbaulichen Praxis wird der Kornansatz häufig anhand der Kornzahl pro Ähre bonitiert und dient als Indikator für die Ertragsbildung. Die Erfassung erfolgt im Rahmen der Bestandesführung, wobei eine gezielte späte Stickstoffgabe zur Stabilisierung des Kornansatzes beitragen kann. Die Bewertung des Kornansatzes ist zudem relevant für die Einstufung der Lagergefahr und die Abschätzung der zu erwartenden Erntemenge.

