Kalkung
Die Kalkung bezeichnet in der Landwirtschaft die gezielte Ausbringung von kalkhaltigen Düngemitteln, vorrangig kohlensaurem Kalk (CaCO₃) oder Branntkalk (CaO), auf landwirtschaftlich genutzte Flächen. Ihr primäres Ziel ist die Regulierung und Optimierung des Boden-pH-Wertes, um eine für das Pflanzenwachstum und die Bodenfruchtbarkeit günstige Bodenreaktion im schwach sauren bis neutralen Bereich (pH 6,0 bis 7,0) zu erreichen. Durch die Zufuhr von Calciumionen werden Wasserstoff- und Aluminiumionen im Boden neutralisiert, wodurch die Aluminiumtoxizität gemindert und die Verfügbarkeit von Nährstoffen wie Phosphor und Molybdän verbessert wird. Darüber hinaus fördert die Kalkung die Bildung eines stabilen Krümelgefüges, was die Bodendurchlüftung und Wasserinfiltration begünstigt. Sie stimuliert zudem die biologische Aktivität, insbesondere von Regenwürmern und Mikroorganismen, die für den Humusabbau und die Nährstoffmineralisierung essenziell sind. Die Kalkung erfolgt in der Regel nach einer Bodenuntersuchung und richtet sich nach dem Kalkbedarf der Fruchtfolge sowie der Bodenart. Eine Überkalkung ist zu vermeiden, da sie zu Festlegung von Spurenelementen wie Eisen und Mangan führen kann.

