Hagelnetze
Hagelnetze sind technische Schutzsysteme im Obst-, Wein- und Gemüsebau, die aus horizontal oder schräg über den Kulturpflanzen angebrachten, reißfesten Kunststoffnetzen bestehen. Sie dienen primär der passiven Hagelabwehr, indem sie die kinetische Energie fallender Hagelkörner absorbieren und so mechanische Schäden an Früchten, Blättern und Trieben verhindern. Die Netze werden in der Regel vor der Blüte oder Fruchtbildung auf speziellen Tragkonstruktionen aus verzinktem Stahl oder Aluminium montiert und verbleiben während der gesamten Vegetationsperiode auf der Fläche. Die Maschenweite variiert je nach Kultur und Hagelrisiko zwischen 4 und 8 Millimetern, wobei eine feinere Maschenweite einen höheren Schutz bietet, jedoch die Luftzirkulation und Lichtdurchlässigkeit reduziert. Neben der Hagelabwehr können Hagelnetze auch einen sekundären Effekt auf das Mikroklima haben, indem sie die Windgeschwindigkeit verringern und die Verdunstung reduzieren. Die Anschaffungs- und Installationskosten sind erheblich und werden in Österreich und Deutschland im Rahmen von Agrarumweltprogrammen wie dem Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) oder den deutschen Gemeinschaftsaufgaben zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) unter bestimmten Voraussetzungen gefördert. Die rechtliche Zulässigkeit der Netze ist durch die jeweiligen landesrechtlichen Bauordnungen geregelt, die eine baurechtliche Bewilligung für die Tragkonstruktion vorsehen können.

