Goldgelbe Vergilbung
Die Goldgelbe Vergilbung ist eine durch Phytoplasmen verursachte systemische Pflanzenkrankheit, die vorwiegend an Weinreben (Vitis vinifera) auftritt. Der Erreger, ein zellwandloses Bakterium der Gruppe ‚Candidatus Phytoplasma vitis‘, wird durch die Zikadenart Scaphoideus titanus übertragen. Die Krankheit zählt zu den meldepflichtigen Quarantäneschadorganismen gemäß der Richtlinie 2000/29/EG und der österreichischen Pflanzenschutzverordnung. Symptome zeigen sich ab dem Hochsommer durch eine goldgelbe Verfärbung der Blätter, die von den Blattadern ausgeht, sowie durch nach unten eingerollte Blattränder, Triebwelke und eine unvollständige Verholzung der Ruten. Beeren bleiben klein, welken und weisen einen bitteren Geschmack auf. Der Befall führt zu erheblichen Ertragseinbußen und einer verminderten Mostqualität. Die Bekämpfung erfolgt primär durch die Anwendung von Insektiziden gegen den Vektor Scaphoideus titanus, die Rodung befallener Rebstöcke sowie die Verwendung von zertifiziertem, phytoplasmenfreiem Pflanzmaterial. Eine direkte chemotherapeutische Behandlung der Rebe gegen das Phytoplasma ist nicht zugelassen.

