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Erythrismus

Erythrismus bezeichnet in der Tierzucht und landwirtschaftlichen Nutztierhaltung eine genetisch bedingte, auffällige Rotfärbung von Haut, Haaren, Federn oder anderen Körperanhangsgebilden. Diese Farbanomalie tritt auf, wenn die natürliche Pigmentierung, insbesondere durch Eumelanine (schwarz-braune Farbstoffe), reduziert oder unterdrückt wird, während die Synthese von Phäomelaninen (rot-gelbe Farbstoffe) unvermindert oder verstärkt abläuft. Erythrismus ist von Erythrose, einer krankhaften Rötung durch Entzündung oder Durchblutungsstörung, streng zu unterscheiden. In der landwirtschaftlichen Praxis ist Erythrismus vor allem bei Rindern, Schweinen und Geflügel von Bedeutung. Bei Rindern kann er als erblicher Defekt im Rahmen der Fellfarbvererbung auftreten, etwa bei bestimmten Linien des Fleckviehs oder des Holsteins, und führt zu einer unerwünschten, nicht standardkonformen Rotfärbung. Bei Schweinen zeigt sich Erythrismus gelegentlich als rötliche Verfärbung der Haut, die jedoch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursacht. In der Geflügelzucht, insbesondere bei Hühnern, kann Erythrismus zu einer Rotfärbung der Federn führen, die bei Rassegeflügel als züchterisches Merkmal bewertet wird. Die wirtschaftliche Relevanz des Erythrismus ist gering, da er in der Regel keinen Einfluss auf Leistungsparameter wie Milch-, Fleisch- oder Eierproduktion hat. Züchterische Maßnahmen beschränken sich auf die Selektion gegen das Merkmal, wenn es den Rassestandards widerspricht.