Erosion
Erosion bezeichnet im landwirtschaftlichen Kontext den durch Wasser oder Wind verursachten Abtrag von Bodenmaterial von der Bodenoberfläche. Man unterscheidet primär zwischen Wassererosion, bei der Niederschlag und Oberflächenabfluss Bodenpartikel lösen und abtransportieren, und Winderosion, die vor allem auf leichten, trockenen und vegetationsarmen Böden auftritt. Die Erosionsrate wird durch Faktoren wie Niederschlagsintensität, Hangneigung, Bodenart, Bodenbedeckung und Bewirtschaftungsweise bestimmt. In Österreich und Deutschland wird der Bodenabtrag nach der Allgemeinen Bodenabtragsgleichung (ABAG) modelliert, wobei standortspezifische Toleranzwerte für den langfristig hinnehmbaren Bodenverlust definiert sind. Die rechtliche Grundlage zur Erosionsminderung bildet in Deutschland die Düngeverordnung (DüV) mit Vorgaben zur Gewässerrandstreifenbewirtschaftung sowie die GAP-Konditionalität, die ab 2023 erosionsmindernde Maßnahmen auf gefährdeten Flächen vorschreibt. In Österreich regeln das Wasserrechtsgesetz und das landwirtschaftliche Umweltprogramm ÖPUL die Förderung erosionsmindernder Bewirtschaftungsverfahren wie Mulch- oder Direktsaat. Unkontrollierte Erosion führt zu einer irreversiblen Verminderung der Bodenfruchtbarkeit, zur Verschlämmung und Verdichtung des Oberbodens sowie zu Stoffeinträgen in Oberflächengewässer.

