Drehpflug
Der Drehpflug ist ein Bodenbearbeitungsgerät zur vollwendenden Grundbodenbearbeitung, das über ein am Pflugkörper drehbar gelagertes Pflughaupt verfügt. Im Gegensatz zum Beetpflug, der das Erdreich nur in eine Richtung wendet und dadurch Furchen und Beetgrenzen hinterlässt, ermöglicht der Drehpflug ein wendiges, einseitiges Pflügen ohne die Bildung von Dauerfurchen. Durch die hydraulische oder mechanische Drehung des Pflugkörpers um 180 Grad um die Längsachse kann der Landwirt in jeder Arbeitsfahrt die Streichrichtung wechseln, wodurch das Erdreich stets in dieselbe Richtung gewendet wird. Dies führt zu einer ebenen, gleichmäßigen Ackeroberfläche ohne Beet- und Furchenbildung, was die nachfolgende Saatbettbereitung und Bestellung vereinfacht.
Technisch unterscheidet man zwischen Anbau-, Aufsattel- und gezogenen Drehpflügen, wobei moderne Geräte über eine automatische Drehautomatik, Stein- und Überlastsicherungen sowie eine stufenlose Arbeitsbreitenverstellung verfügen. Der Drehpflug ist insbesondere auf schweren, bindigen Böden mit hohem Ton- oder Lehmanteil sowie bei der Stoppelbearbeitung nach Getreide von Bedeutung, da er eine tiefe, vollwendende Lockerung ohne Verdichtung des Unterbodens gewährleistet. Im ökologischen Landbau und in erosionsgefährdeten Lagen wird der Drehpflug häufig eingesetzt, um eine saubere Einarbeitung von Ernteresten und organischem Material zu erreichen. Rechtlich unterliegt der Einsatz in Deutschland und Österreich keinen spezifischen Regulierungen, jedoch sind die Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) hinsichtlich der Einarbeitungsfristen von Wirtschaftsdüngern sowie die Anforderungen des Gewässerschutzes bei der Bodenbearbeitung zu beachten.


