CRISPR/Cas
CRISPR/Cas (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats/CRISPR-associated protein) ist ein molekularbiologisches Werkzeug zur gezielten Veränderung von DNA-Sequenzen in pflanzlichen Genomen. Das System basiert auf einem natürlich in Bakterien vorkommenden Abwehrmechanismus gegen Viren und besteht aus einer Führungs-RNA (guide RNA), die die Ziel-DNA-Sequenz erkennt, sowie einer Cas-Endonuklease (meist Cas9), die einen Doppelstrangbruch an dieser Stelle induziert. Über zelleigene Reparaturmechanismen können so gezielt Punktmutationen, Gen-Knockouts oder präzise Sequenzeinfügungen vorgenommen werden.
In der Pflanzenzüchtung wird CRISPR/Cas seit 2026 in Österreich und Deutschland vorrangig für die Entwicklung von Kulturpflanzen mit verbesserten agronomischen Eigenschaften wie erhöhter Trockenstresstoleranz, optimiertem Nährstoffgehalt oder Resistenz gegen pilzliche Pathogene eingesetzt. Die resultierenden Organismen werden rechtlich als Neue Gentechnik (NGT) eingestuft, wobei die Regulierung auf EU-Ebene zwischen konventionellen Mutageneseverfahren und transgenen Organismen differenziert. Die Anwendung unterliegt der EU-Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EG sowie dem nationalen Gentechnikgesetz (GTG). Die Technik ermöglicht eine im Vergleich zur klassischen Mutationszüchtung deutlich höhere Präzision bei der Veränderung von Erbinformationen.


