Bodenversalzung
Die Bodenversalzung bezeichnet die Akkumulation wasserlöslicher Salze, vorrangig der Kationen Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium sowie der Anionen Chlorid, Sulfat, Carbonat und Hydrogencarbonat, im durchwurzelbaren Bodenhorizont. Der Prozess führt zu einem Anstieg der elektrischen Leitfähigkeit in der Bodenlösung, wodurch das osmotische Potenzial gesenkt und die Wasseraufnahmefähigkeit der Pflanzenwurzeln beeinträchtigt wird. Ursächlich sind primär kapillarer Aufstieg aus salzhaltigem Grundwasser in semiariden und ariden Klimazonen sowie die Bewässerung mit salzhaltigem Wasser ohne ausreichende Drainage. Sekundär kann die Versalzung durch unsachgemäße Düngung, insbesondere durch chloridhaltige Kaliumdünger, oder durch den Eintrag von Streusalz in Straßennähe verstärkt werden.
Die Klassifikation erfolgt nach der elektrischen Leitfähigkeit im Sättigungsextrakt (ECe). Ab einem Wert von 2 dS/m gelten Böden als schwach salzhaltig, ab 4 dS/m als salzhaltig, was bei empfindlichen Kulturpflanzen bereits Ertragsminderungen verursacht. Ab 8 dS/m spricht man von stark salzhaltigen Böden, auf denen nur noch salztolerante Spezialkulturen (Halophyten) gedeihen. Die Sanierung versalzter Standorte erfordert in der Regel eine Kombination aus Gipsapplikation zur Verdrängung von Natriumionen und einer ausreichenden Bewässerung zur Auswaschung der Salze in tiefere Bodenschichten, sofern eine funktionierende Dränage vorhanden ist. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich, insbesondere die Düngeverordnung (DüV) und das Wasserrechtsgesetz (WRG 1959), fordern eine standortangepasste Bewässerungssteuerung, um eine sekundäre Versalzung zu vermeiden.

