Ackerbohnen
Ackerbohnen (Vicia faba L., auch Puffbohnen, Dicke Bohnen) sind eine einjährige, selbstfruchtbare Leguminose aus der Familie der Fabaceae. Sie zählen zu den Körnerleguminosen und werden vorrangig zur menschlichen Ernährung, als Tierfutter (insbesondere in der Schweine- und Geflügelmast) sowie zur Gründüngung angebaut. Die Pflanze bildet eine Pfahlwurzel mit Seitenwurzeln, an denen Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) zur biologischen Stickstofffixierung aus der Luft beitragen. Der Anbau erfolgt im Frühjahr (Ackerbohne) oder als Winterform (Winterackerbohne) in gemäßigten Klimazonen, vorwiegend in Deutschland und Österreich. Die Ernte der Hülsenfrüchte erfolgt bei Vollreife im August/September. Ackerbohnen weisen einen hohen Rohproteingehalt (ca. 25–30 %) und einen beachtlichen Anteil an essenziellen Aminosäuren (Lysin) auf, sind jedoch arm an schwefelhaltigen Aminosäuren. Aufgrund ihres hohen Tanningehalts können sie in der Fütterung den Geschmack und die Verdaulichkeit beeinflussen. Im Rahmen der Fruchtfolge verbessern Ackerbohnen die Bodenstruktur und reduzieren den Stickstoffdüngebedarf nachfolgender Kulturen. Rechtlich unterliegt der Anbau in der EU der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie den Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) zur Stickstoffbilanzierung. In Österreich sind Ackerbohnen im ÖPUL-Programm (Umweltgerechte Landwirtschaft) als förderfähige Zwischenfrucht oder Hauptfrucht anerkannt.

