Arbeitsgänge
Arbeitsgänge sind die einzelnen, zeitlich und technisch abgrenzbaren Tätigkeiten, aus denen sich ein landwirtschaftliches Produktionsverfahren zusammensetzt. Im Pflanzenbau zählen dazu etwa Stoppelbearbeitung, Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz, Ernte und Transport. In der Tierhaltung umfassen Arbeitsgänge unter anderem Fütterung, Entmistung, Melken und Tierkontrolle. Die Abfolge mehrerer aufeinander abgestimmter Arbeitsgänge wird als Arbeitskette oder Verfahrenskette bezeichnet.
In der Betriebsplanung dienen Arbeitsgänge als Grundlage für die Kalkulation von Arbeitszeitbedarf, Maschinenkosten und Treibstoffverbrauch, meist bezogen auf einen Hektar oder eine Tiereinheit. In Österreich werden hierfür häufig die Richtwerte des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) herangezogen. Durch die Kombination von Arbeitsgängen, etwa Saatbettbereitung und Aussaat in einer Überfahrt, lassen sich die Zahl der Überfahrten und damit das Risiko von Bodenverdichtung verringern. Bestimmte Arbeitsgänge, insbesondere Düngung und Pflanzenschutzmittelanwendung, unterliegen Aufzeichnungspflichten, etwa nach der Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung oder im Rahmen von ÖPUL-Maßnahmen.


