Mutterkuhhaltung
Die Mutterkuhhaltung ist eine Form der Rinderhaltung, bei der Kälber nach der Geburt bei ihren Müttern verbleiben und von diesen gesäugt werden. Eine Milchgewinnung zur Vermarktung findet nicht statt. Ziel ist die Erzeugung von Rindfleisch, etwa durch den Verkauf von Absetzern, durch Weide- oder Jungrindermast oder durch die Aufzucht von Zuchttieren. Die Kälber werden in der Regel im Alter von sechs bis zehn Monaten abgesetzt. Eingesetzt werden vorwiegend Fleischrinderrassen wie Angus, Limousin, Charolais oder Galloway, daneben Zweinutzungsrassen wie Fleckvieh sowie Kreuzungstiere.
Die Haltung ist überwiegend an Grünland gebunden und wird häufig auf Standorten betrieben, die sich nur eingeschränkt für Ackerbau oder Milchviehhaltung eignen. Üblich sind Weidegang während der Vegetationsperiode und eine auf das Futterangebot abgestimmte, oft saisonale Abkalbung. Wie alle Rinder unterliegen Mutterkühe und ihre Kälber der Kennzeichnungs- und Meldepflicht, in Deutschland über die HI-Tier-Datenbank, in Österreich über die AMA-Rinderdatenbank. In Deutschland wird im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik eine gekoppelte Einkommensstützung für Mutterkühe gewährt, sofern die jeweiligen Fördervoraussetzungen erfüllt sind.

