Friedfische
Friedfische ist ein fischereilicher Sammelbegriff für Süßwasserfischarten, die sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung, Detritus, Plankton, Mollusken, Insektenlarven oder anderen wirbellosen Organismen ernähren und keine oder nur untergeordnet räuberische Ernährungsweisen aufweisen. Die Abgrenzung erfolgt primär nach dem Nahrungsspektrum und der Bezahnung des Schlundes, nicht nach taxonomischen Kriterien. Zu den Friedfischen zählen in Mitteleuropa unter anderem Karpfen (Cyprinus carpio), Schleie (Tinca tinca), Brachse (Abramis brama), Rotauge (Rutilus rutilus), Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus), Döbel (Squalius cephalus), Nase (Chondrostoma nasus), Barbe (Barbus barbus), Gründling (Gobio gobio) sowie Weißfischarten der Gattungen Alburnus und Leucaspius.
In der fischereilichen Praxis und Bewirtschaftung wird zwischen Fried- und Raubfischen unterschieden, da sich daraus unterschiedliche Hege-, Besatz- und Bewirtschaftungsmaßnahmen ableiten. Friedfische besiedeln überwiegend die mittleren und unteren Wasserschichten sowie Uferzonen stehender und langsam fließender Gewässer. Sie sind Bestandteil der Fischfauna gemäß den jeweiligen landesrechtlichen Fischereigesetzen und unterliegen Schonzeiten, Mindestmaßen sowie Entnahmebestimmungen. In der Aquakultur werden mehrere Friedfischarten in Teichwirtschaften und Kreislaufanlagen gehalten; ihre Ernährung erfolgt dort über natürliche Nahrung oder über pelletiertes Mischfutter mit pflanzlichen und tierischen Komponenten.
