Rissereignisse

Rissereignisse bezeichnen in der Landwirtschaft das plötzliche, meist linienförmige Aufbrechen des Bodenkörpers bis in tiefere Schichten, das durch Zug- oder Scherspannungen oberhalb der Scherfestigkeit des Bodens entsteht. Ursächlich sind primär austrocknungsbedingte Schrumpfungsprozesse tonreicher Böden (Bodenvertrocknung) sowie mechanische Belastungen durch schwere landwirtschaftliche Maschinen bei unzureichender Tragfähigkeit des Unterbodens. Sekundär können Hangrutschungen oder Setzungsfließbewegungen nach Starkniederschlägen auftreten, sofern wasserstauende Horizonte die Dränung behindern.

Agronomisch relevant sind Rissereignisse vor allem hinsichtlich der Bodenstruktur und des Wasserhaushalts: Sie unterbrechen den kapillaren Aufstieg, erhöhen die Tiefensickerung und fördern die Austrocknung des Wurzelraums. In der Pflanzenproduktion führen sie zu Wurzelabrissen und reduzierter Nährstoffaufnahme, insbesondere bei Zuckerrüben, Mais und Getreide. Rechtlich sind Rissereignisse im Kontext der guten fachlichen Praxis nach §17 BBodSchG sowie der österreichischen ÖPUL-Maßnahmen zum Erosionsschutz zu bewerten. Maßnahmen zur Vermeidung umfassen eine angepasste Bodenbearbeitung, den Anbau tiefwurzelnder Zwischenfrüchte sowie die Reduktion des Radlastdrucks. Eine Sanierung tiefer Risse erfolgt durch kontrollierte Wiederbefeuchtung und mechanische Lockerung, wobei der Zeitpunkt bodenfeuchteabhängig zu wählen ist.

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