Grünfutterernte
Die Grünfutterernte bezeichnet in der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion die Bergung von oberirdischer Pflanzenmasse im frischen, vegetativen Zustand zur Nutzung als Futter für Wiederkäuer. Sie umfasst Verfahren zur Gewinnung von Weidefutter, Silomais, Gras- und Leguminosenbeständen sowie weiteren Feldfutterpflanzen. Der Erntezeitpunkt ist entscheidend für die Futterqualität und richtet sich nach dem phänologischen Entwicklungsstadium der Bestände, wobei ein optimaler Kompromiss zwischen Ertrag und Verdaulichkeit der Gerüstsubstanzen angestrebt wird. Technisch erfolgt die Ernte entweder durch direktes Abweiden, durch Mahd mit anschließender Feldliegezeit und Aufnahme mittels Ladewagen oder Feldhäcksler, oder durch das Verfahren der Anwelksilage. Bei der Silierung wird das Erntegut unter anaeroben Bedingungen durch Milchsäuregärung konserviert; hierfür ist ein Trockenmassegehalt von 30 bis 40 Prozent bei Gras und von 28 bis 35 Prozent bei Mais anzustreben. Die Grünfutterernte unterliegt in Deutschland und Österreich rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere hinsichtlich der Düngeverordnung (DüV) bezüglich Sperrfristen und der Einhaltung von Mindestabständen zu Gewässern bei der Gülleausbringung im Zusammenhang mit der Folgebewirtschaftung. Zudem sind im Rahmen des österreichischen ÖPUL-Programms und der deutschen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) Vorgaben zum Erhalt von Dauergrünland und zur Biodiversität zu beachten, die die Nutzungshäufigkeit und den Schnittzeitpunkt auf bestimmten Flächen regulieren können.

