Raupentraktor
Ein Raupentraktor ist eine selbstfahrende land- und forstwirtschaftliche Zugmaschine, deren Kraftübertragung auf den Boden über zwei seitlich angeordnete, endlose Gleisketten (Raupenfahrwerke) erfolgt. Im Gegensatz zu Radtraktoren wird das Fahrzeuggewicht über eine große Kettenauflagefläche verteilt, was den spezifischen Bodendruck signifikant reduziert. Diese Bauart minimiert Bodenschäden durch Verdichtung und eignet sich daher besonders für den Einsatz auf bindigen, feuchten oder hanggeneigten Flächen sowie für schwere Zugarbeiten im Forstbetrieb. Die Lenkung erfolgt bei modernen Maschinen über hydrostatische oder elektromechanische Antriebe der einzelnen Ketten, wodurch ein Wenden auf der Stelle möglich ist.
Technisch werden Raupentraktoren in der Regel mit Dieselmotoren hoher Leistungsklasse (ab ca. 150 kW) ausgestattet und verfügen über eine Zapfwelle sowie eine Dreipunkt-Hydraulik zur Anbindung von Anbaugeräten. Ihre Höchstgeschwindigkeit ist konstruktionsbedingt auf etwa 20 bis 40 km/h begrenzt, was ihre Einsatzschwerpunkte auf Sonderkulturen, den Wein- und Obstbau sowie die Bodenbearbeitung in der Forstwirtschaft legt. In der konventionellen Ackerwirtschaft werden sie zunehmend durch GPS-gesteuerte Radtraktoren mit Reifendruckregelanlagen verdrängt, da diese höhere Transportgeschwindigkeiten und geringere Anschaffungskosten bieten. Die Zulassung von Raupentraktoren im öffentlichen Straßenverkehr unterliegt in Deutschland und Österreich den jeweiligen straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, inklusive der Pflicht zur Kennzeichnung der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit.

