Nährstoffkreislauf
Der Nährstoffkreislauf bezeichnet in der Agrarwissenschaft das geschlossene System der Aufnahme, Bindung, Umwandlung und Freisetzung von Pflanzennährstoffen (insbesondere Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel und Magnesium) innerhalb eines landwirtschaftlichen Produktionssystems. Er umfasst die Prozesse der Mineralisierung organischer Substanz, der Nitrifikation, der Denitrifikation sowie der biologischen Stickstofffixierung durch Leguminosen und Mikroorganismen. Wesentliche Komponenten sind der Boden als Nährstoffspeicher, die Pflanze als Konsument, die tierische Ausscheidung als Recyclingfaktor und die Atmosphäre als gasförmige Austauschfläche.
In der landwirtschaftlichen Praxis wird der Kreislauf durch Ernteentzug, Auswaschung und Erosion unterbrochen, weshalb eine ergänzende Düngung erforderlich ist. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich, insbesondere die Düngeverordnung (DüV) und das österreichische Aktionsprogramm Nitrat, zielen auf eine Bilanzierung und Minimierung von Nährstoffüberschüssen ab. Ein funktionierender Kreislauf reduziert den Bedarf an externen Düngemitteln und minimiert Umweltbelastungen. Die Effizienz wird durch Fruchtfolgegestaltung, Zwischenfruchtanbau und bedarfsgerechte Düngung optimiert, wobei die Stoffströme messtechnisch erfasst und dokumentiert werden müssen.

