Krümelung
Die Krümelung bezeichnet in der Bodenkunde und Landtechnik die mechanische Zerkleinerung und Aggregierung von Bodenaggregaten zu einem krümeligen, stabilen Bodengefüge. Sie ist das Ergebnis physikalischer Prozesse wie Frostwechsel, Austrocknung und der Einwirkung von Bodenorganismen sowie gezielter ackerbaulicher Maßnahmen. Ziel ist die Herstellung eines optimalen Saatbetts mit einem ausgewogenen Verhältnis von Grob- und Feinporen, das eine ausreichende Wasserspeicherung, Durchlüftung und Durchwurzelung gewährleistet. In der Praxis wird die Krümelung durch Bodenbearbeitungsgeräte wie Grubber, Eggen oder Kreiseleggen erreicht, wobei der Zeitpunkt und die Intensität der Bearbeitung an die aktuelle Bodenfeuchte anzupassen sind, um Strukturschäden und Verschlämmung zu vermeiden.
Rechtlich und fachlich ist die Krümelung im Kontext des Bodenschutzes relevant. Die österreichische ÖPUL-Maßnahme sowie die deutsche Düngeverordnung und das Bundes-Bodenschutzgesetz fordern eine standortangepasste, bodenschonende Bewirtschaftung. Eine übermäßige oder feuchte Bearbeitung, die zur Zerstörung der Krümelstruktur führt, kann als Verstoß gegen die gute fachliche Praxis gewertet werden. Die Bewertung der Krümelung erfolgt über die Feldmethode der Spatenprobe, bei der Aggregatgröße, -stabilität und -form visuell und haptisch beurteilt werden. Eine stabile Krümelung reduziert das Risiko von Bodenerosion und Verdichtung und ist eine Grundvoraussetzung für einen effizienten Wasser- und Nährstoffhaushalt.

