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Waldtracht

Die Waldtracht bezeichnet in der Imkerei das Angebot von Honigtau, den verschiedene Rüssel- und Schnabelkerfe (zumeist Läuse der Familien Aphididae, Lachnidae und Diaspididae) auf Nadel- und Laubbäumen produzieren. Im Gegensatz zur Blüten- oder Nektartracht stammt der von Bienen gesammelte Waldhonig nicht aus Blütennektar, sondern aus den zuckerhaltigen Ausscheidungen dieser Insekten, die sich vom Phloemsaft der Bäume ernähren. Die Zusammensetzung des Honigtaus variiert stark in Abhängigkeit von Baumart, Schädlingsart, Witterung und Standort; typische Trachtpflanzen in Mitteleuropa sind Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Eiche.

Die forst- und landwirtschaftliche Relevanz der Waldtracht liegt in ihrer Funktion als bedeutende Einkommensquelle für die Berufs- und Erwerbsimkerei, insbesondere in waldreichen Regionen Österreichs und Deutschlands. Das Aufkommen der Waldtracht unterliegt erheblichen jährlichen Schwankungen, die durch biotische Faktoren (Populationsdynamik der Honigtauerzeuger) und abiotische Faktoren (Temperatur, Niederschlag) determiniert werden. Rechtlich ist Waldhonig in der Honigverordnung als Honigtauhonig definiert, wobei ein überwiegender Anteil aus Ausscheidungen pflanzensaugender Insekten stammen muss. Eine steuernde Bewirtschaftung von Waldflächen zur Förderung der Waldtracht ist im Rahmen der forstlichen Praxis nicht üblich; vielmehr wird die Waldtracht als natürliches, nicht steuerbares Phänomen betrachtet, dessen Ertrag durch Standortwahl der Bienenstände und Völkerführung optimiert werden kann.

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