Mostgewicht
Das Mostgewicht ist ein in Österreich und Deutschland gebräuchliches Maß für die Dichte von Traubenmost, die primär durch den Gehalt an gelösten Zuckern (Glucose, Fructose) bestimmt wird. Es wird in Grad KMW (Klosterneuburger Mostwaage) in Österreich bzw. in Grad Oechsle in Deutschland angegeben. Die Messung erfolgt mittels Aräometer oder Refraktometer bei standardisierter Temperatur (20 °C) und dient als zentraler Reifeparameter für die Weinlese. Das Mostgewicht korreliert direkt mit dem potenziellen Alkoholgehalt des späteren Weines: Ein Anstieg um 1 °KMW entspricht einer Zunahme von etwa 1 Volumenprozent Alkohol nach vollständiger Vergärung.
Rechtlich ist das Mostgewicht in der EU-Weinmarktordnung und nationalen Weingesetzen verankert, insbesondere für die Einstufung von Qualitätsstufen (z. B. Prädikatsweine wie Spätlese oder Ausbruch) sowie für die Festlegung von Mindestmostgewichten bei der Erzeugung geschützter Ursprungsbezeichnungen. In Österreich regelt das Weingesetz 2009 die Mindestmostgewichte für Qualitätswein (15 °KMW) und Prädikatsstufen; in Deutschland definiert die Weinverordnung entsprechende Oechsle-Mindestwerte. Für die landwirtschaftliche Praxis ist das Mostgewicht ein objektiver Indikator für den optimalen Lesezeitpunkt, wobei neben der Zuckerkonzentration auch Säuregehalt und phenolische Reife berücksichtigt werden müssen. Die Messung unterliegt standardisierten Verfahren, um Vergleichbarkeit und Rechtssicherheit bei Qualitätskontrollen zu gewährleisten.

