Hitzetage

Der Begriff Hitzetage bezeichnet in der Agrarmeteorologie und Pflanzenbauwissenschaft Tage, an denen die Lufttemperatur in zwei Metern Höhe über dem Erdboden einen Schwellenwert von mindestens 30 Grad Celsius erreicht oder überschreitet. Diese Definition folgt der standardisierten Messvorschrift der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Österreich sowie dem Regelwerk des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für klimatologische Kenntage. Im Unterschied zu den Tropennächten, bei denen die Minimaltemperatur nicht unter 20 Grad Celsius fällt, bezieht sich der Hitzetag ausschließlich auf das Tagesmaximum.

Für die landwirtschaftliche Praxis ist die Anzahl der Hitzetage ein relevanter Indikator für das Auftreten von Hitzestress bei Kulturpflanzen. Ab einer Dauer von mehreren aufeinanderfolgenden Hitzetagen kann es bei empfindlichen Kulturen wie Mais, Zuckerrüben oder Winterweizen zu einer Reduktion der Assimilationsleistung, zu Störungen der Blütenfertilität und zu Ertragseinbußen kommen. Zudem erhöht sich die Evapotranspiration, was den pflanzlichen Wasserbedarf steigert und die Bewässerungsplanung beeinflusst. Im Kontext der Düngeverordnung und des ÖPUL-Programms 2023 dient die Dokumentation von Hitzetagen als objektives Kriterium zur Bewertung von Trockenheitsschäden und zur Begründung von Ertragsabweichungen im Rahmen des Risikomanagements.

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