Weidehaltung

Die Weidehaltung ist ein Haltungsverfahren für landwirtschaftliche Nutztiere, bei dem die Tiere über einen definierten Zeitraum auf einer eingezäunten, mit Aufwuchs bestandenen Fläche gehalten werden. Die Tiere nehmen dabei den überwiegenden Teil ihrer Grundfutterration durch das Abweiden der oberirdischen Pflanzenmasse (Gras, Kräuter, Leguminosen) direkt vom Standort auf. Die Weidehaltung wird in verschiedene Systeme unterteilt, darunter die Umtriebsweide (Portionsweide), bei der die Herde in regelmäßigen Abständen auf frische Koppeln umgetrieben wird, und die Standweide (Dauerweide), bei der die Tiere über einen längeren Zeitraum auf derselben Fläche verbleiben. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Weidehaltung ergeben sich in Österreich aus dem Tierschutzgesetz (TSchG) und den Vorgaben des ÖPUL-Programms (z. B. „Weidehaltung von Rindern“), in Deutschland aus der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sowie den Anforderungen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau. Die Flächen müssen gemäß Düngeverordnung (DüV) bewirtschaftet werden, um Nährstoffausträge zu vermeiden. Die Weidehaltung stellt hohe Anforderungen an das Weidemanagement, insbesondere an die Besatzdichte, die Weideruhe und die Kontrolle des Narbenzustands zur Vermeidung von Überweidung und Trittschäden.