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Multispektralkamera

Eine Multispektralkamera ist ein optisches Sensorsystem, das elektromagnetische Strahlung in mehr als drei schmalen, diskreten Spektralbändern im Bereich des sichtbaren und nahen Infrarots (VIS/NIR) sowie teilweise des kurzwelligen Infrarots (SWIR) erfasst. Im Gegensatz zu herkömmlichen RGB-Kameras, die nur die drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau aufnehmen, zeichnet eine Multispektralkamera die Reflektanz von Pflanzenbeständen in spezifischen Wellenlängenbereichen auf, die für die Beurteilung physiologischer Parameter wie Chlorophyllgehalt, Wasserversorgung oder Biomasse relevant sind. Die Daten werden in der Regel als georeferenzierte Rasterbilder (Orthomosaike) oder Punktwolken ausgegeben. In der Landwirtschaft des Jahres 2026 dient die Multispektralkamera als zentrales Werkzeug des Precision Farming, insbesondere zur Berechnung von Vegetationsindizes wie dem Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) oder dem Chlorophyllindex. Die daraus abgeleiteten Applikationskarten ermöglichen eine teilflächenspezifische Ausbringung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln, was im Rahmen der Düngeverordnung (DüV) und des ÖPUL 2023+ zur Dokumentation der guten fachlichen Praxis herangezogen wird. Die Kalibrierung erfolgt mittels Referenzzielen, um atmosphärische Einflüsse zu korrigieren und vergleichbare Zeitreihenanalysen zu gewährleisten.