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Hybridroggen

Hybridroggen (Secale cereale) bezeichnet eine durch kontrollierte Kreuzung genetisch definierter Elternlinien erzeugte Roggensorte, die im Vergleich zu Populationssorten eine gesteigerte Heterosiswirkung aufweist. Die Züchtung basiert auf der Nutzung zytoplasmatisch bedingter männlicher Sterilität (CMS) zur wirtschaftlichen Saatgutproduktion. Hybridroggen zeichnet sich durch einen höheren und gleichmäßigeren Kornertrag, eine verbesserte Standfestigkeit sowie eine erhöhte Toleranz gegenüber abiotischen Stressfaktoren wie Trockenheit und Kälte aus. Die Bestäubung erfolgt windbürtig, wobei die Pollenfertilität der Hybridsorte durch spezifische Restorerlinien vollständig wiederhergestellt wird. Im ökologischen Landbau ist der Einsatz von Hybridroggen aufgrund der Abhängigkeit von konventionell erzeugtem Hybridsaatgut und der damit verbundenen Sortenreinheit rechtlich eingeschränkt. Die Stickstoffdüngebedarfsermittlung für Hybridroggen erfolgt nach den Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) auf Basis des Nmin-Gehalts und des standorttypischen Ertragsniveaus. Die Aussaatstärke liegt in der Regel zwischen 180 und 220 Körnern pro Quadratmeter. Hybridroggen wird vorrangig als Körnerfrucht zur Brotherstellung, als Substrat für Biogasanlagen sowie als Ganzpflanzensilage in der Tierfütterung genutzt.