Milchschafhaltung
Die Milchschafhaltung ist ein spezialisierter Zweig der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, der primär der Gewinnung von Schafmilch dient. Im Gegensatz zur Fleisch- oder Wollschafhaltung steht hier die kontinuierliche Milchleistung über eine Laktationsperiode von etwa 200 bis 240 Tagen im Vordergrund. Typische Milchschafrassen sind das Ostfriesische Milchschaf, das Lacaune-Schaf oder das Awassi-Schaf. Die Haltung erfolgt in Deutschland und Österreich überwiegend in intensiven oder semi-intensiven Systemen mit Stallhaltung und Weidegang. Die Fütterung basiert auf einer energiereichen Ration aus Grundfutter (Gras, Heu, Silage) und Kraftfutter, um die hohe Milchleistung von 400 bis 600 Litern pro Laktation zu ermöglichen. Die Milch wird meist maschinell gemolken und unterliegt den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen der EU-Hygieneverordnung (EG) Nr. 853/2004. Die Verwendung der Schafmilch erfolgt vorwiegend zur Herstellung von Käse (z. B. Feta, Pecorino, Roquefort) sowie Joghurt und anderen Milchprodukten. Die Wirtschaftlichkeit der Milchschafhaltung hängt maßgeblich von der Fruchtbarkeit der Tiere, der Lammaufzucht und den Milchpreisen ab. In Österreich ist die Milchschafhaltung im Rahmen des ÖPUL-Programms förderfähig, sofern bestimmte Umwelt- und Tierschutzauflagen erfüllt werden.

