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Dürre

Dürre bezeichnet in der Agrarwissenschaft einen länger anhaltenden, extremen Niederschlagsmangel, der zu einer signifikanten Unterschreitung der nutzbaren Feldkapazität im Boden führt. Sie wird als meteorologisches, hydrologisches und agronomisches Phänomen definiert, wobei die agronomische Dürre den Zeitraum beschreibt, in dem die Bodenfeuchte unter den permanenten Welkepunkt fällt und die pflanzliche Transpiration sowie die Nährstoffaufnahme irreversibel eingeschränkt werden. Im österreichischen und deutschen Pflanzenbau des Jahres 2026 wird die Dürre anhand des standardisierten Niederschlagsindex (SPI) und des Bodenfeuchteindex (BFI) quantifiziert, wobei Schwellenwerte für die Auslösung von Dürrehilfen oder versicherungstechnischen Leistungen gesetzlich festgelegt sind. Die rechtliche Einordnung erfolgt im Kontext des Dürrehilfegesetzes sowie der EU-Agrarzahlungen, bei denen Dürre als außergewöhnliches Naturereignis im Sinne der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gilt. Die physiologischen Auswirkungen umfassen Stomataschluss, reduzierte Photosyntheseleistung und vorzeitige Abreife, was zu Ertragsausfällen von bis zu 60 Prozent bei Hauptkulturarten wie Winterweizen oder Silomais führen kann. Die Bewertung der Dürreintensität erfolgt durch bodenphysikalische Messungen der Saugspannung und des pflanzenverfügbaren Wassers, wobei ab einem Matrixpotential von -1,5 MPa die irreversible Schädigung des Wurzelsystems eintritt.