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Trockenheit

Trockenheit bezeichnet in der Agrarwissenschaft einen Zustand des Bodenwasserhaushalts, bei dem die pflanzenverfügbare Wassermenge im durchwurzelbaren Bodenraum über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen unter den permanenten Welkepunkt (pF-Wert > 4,2) absinkt. Dieser Zustand wird meteorologisch durch ein Niederschlagsdefizit von mindestens 50 % im Vergleich zum langjährigen Mittel der Referenzperiode 1991–2020 definiert, bei gleichzeitig erhöhter potenzieller Evapotranspiration. In der landwirtschaftlichen Praxis Österreichs und Deutschlands wird Trockenheit gemäß der Dürremonitoring-Systeme der ZAMG und des DWD in vier Stufen klassifiziert: leichte, moderate, schwere und extreme Trockenheit. Die agronomischen Auswirkungen umfassen eine Reduktion der stomatären Leitfähigkeit, vermindertes Wurzelwachstum und Ertragseinbußen, die bei Getreide ab einem Bodenwassergehalt unter 30 % der nutzbaren Feldkapazität eintreten. Rechtlich relevant ist Trockenheit im Kontext der Düngeverordnung (DüV 2025), da bei anhaltender Trockenheit die Aufnahme von Stickstoff aus dem Boden stark eingeschränkt ist, was eine Anpassung der Düngeplanung und eine Dokumentation der Sperrfristenüberschreitung erforderlich macht. Die Bewertung erfolgt objektiv über Bodenfeuchtesensoren und Saugspannungsmessungen in 30–60 cm Tiefe.