Landnutzungsänderung
Die Landnutzungsänderung bezeichnet im agrarwissenschaftlichen Kontext die dauerhafte Umwidmung der Nutzung einer landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Fläche. Sie umfasst sowohl die Umwandlung von Grünland in Ackerland als auch die Umnutzung von landwirtschaftlichen Flächen für Siedlungs-, Verkehrs- oder Industriezwecke. Im rechtlichen Rahmen der EU-Direktzahlungen-Verordnung und des österreichischen ÖPUL-Programms (2023-2027) ist die Landnutzungsänderung insbesondere im Hinblick auf den Erhalt von Dauergrünlandflächen reguliert. Eine Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland ist gemäß der Cross-Compliance-Regelungen grundsätzlich genehmigungspflichtig und kann zu Kürzungen der Direktzahlungen führen. Aus bodenkundlicher Sicht führt eine Landnutzungsänderung häufig zu Veränderungen des Kohlenstoffvorrats im Boden, da die Umwandlung von Grünland in Ackerland eine Freisetzung von organischem Kohlenstoff bewirkt. Die Erfassung von Landnutzungsänderungen erfolgt durch das Integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) auf Basis von Satellitendaten und Flächenanträgen der Betriebe.

