Sika-Hirsch
Der Sika-Hirsch (Cervus nippon) ist eine in Ostasien beheimatete Hirschart, die in Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland und Österreich, als Neozoon vorkommt. Die Art wurde im 19. und 20. Jahrhundert für Jagdzwecke ausgesetzt und hat sich in einigen Regionen etabliert. Sika-Hirsche sind mittelgroße Cerviden; männliche Tiere erreichen ein Gewicht von 40 bis 70 Kilogramm, weibliche sind leichter. Charakteristisch ist ein heller, oft weiß umrandeter Spiegel und ein relativ kurzes, meist sechsendiges Geweih beim männlichen Tier. Die Paarungszeit (Brunft) liegt im Herbst, die Setzzeit im späten Frühjahr.
In der land- und forstwirtschaftlichen Praxis wird der Sika-Hirsch als Schalenwild eingestuft. Er kann durch Verbiss und Schälen an Baumrinden erhebliche Schäden in Forstkulturen verursachen, insbesondere an Nadelholz. Zudem besteht die Gefahr der Hybridisierung mit dem heimischen Rothirsch (Cervus elaphus), was aus Sicht des Artenschutzes und der Wildbiologie problematisch ist. Die Bejagung des Sika-Hirsches unterliegt dem jeweiligen Landesjagdrecht; in vielen Bundesländern Deutschlands und Österreichs besteht eine Bejagungspflicht zur Bestandsregulierung und zur Vermeidung von Schäden sowie genetischer Vermischung. Die Art gilt als anpassungsfähig und kann in geeigneten Habitaten hohe Populationsdichten erreichen.

