Neue Gentechniken (NGT)
Der Begriff Neue Gentechniken (NGT) bezeichnet eine heterogene Gruppe molekularbiologischer Verfahren zur gezielten Veränderung des Erbguts von Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen, die überwiegend nach dem Jahr 2001 entwickelt wurden. Im Gegensatz zu älteren Methoden der transgenen Gentechnik ermöglichen NGT, insbesondere das CRISPR/Cas9-System, präzise Eingriffe an spezifischen Genomstellen, ohne dass zwingend artfremde DNA dauerhaft im Organismus verbleiben muss. Dies kann zu Punktmutationen oder gezielten Deletionen führen, die auch durch natürliche Mutationsprozesse oder konventionelle Züchtung entstehen könnten. Die rechtliche Einordnung von NGT ist im Jahr 2026 in der Europäischen Union durch die Novel-Genomic-Techniques-Verordnung (EU) 2024/… geregelt, die zwischen zwei Kategorien unterscheidet: NGT-1-Pflanzen, die als gleichwertig mit konventionell gezüchteten Sorten gelten und von den Gentechnik-Kennzeichnungs- und Risikoprüfungsvorschriften des Gentechnikrechts ausgenommen sind, sowie NGT-2-Pflanzen, die weiterhin den strengen Regelungen des Gentechnikrechts unterliegen. Die landwirtschaftliche Praxis in Österreich und Deutschland steht vor der Herausforderung, die Koexistenz von NGT-Kulturen mit dem ökologischen Landbau und der konventionellen, gentechnikfreien Produktion sicherzustellen, wobei die rechtlichen Rahmenbedingungen für Haftung und Reinheit der Saatgutpartien noch in der nationalen Umsetzung begriffen sind.

