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Präzisionslandwirtschaft

Präzisionslandwirtschaft (engl. Precision Farming) bezeichnet ein integriertes, informations- und technologiegestütztes Managementsystem in der pflanzlichen und tierischen Produktion. Ziel ist die standort- und bedarfsgerechte Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen und Tierbestände durch die Erfassung, Verarbeitung und Nutzung räumlicher und zeitlicher Daten. Grundlage bilden satellitengestützte Ortungssysteme (GNSS), Sensoren zur Erfassung von Bodenparametern, Pflanzenbestandsindizes (z. B. NDVI) sowie Ertragskartierung. Die gewonnenen Daten werden mittels Geoinformationssystemen (GIS) analysiert und in teilflächenspezifische Applikationskarten für Düngung, Pflanzenschutz, Aussaat und Bewässerung umgesetzt. In der Tierhaltung umfasst die Präzisionslandwirtschaft sensorbasierte Einzeltierüberwachung (z. B. Aktivität, Futteraufnahme, Gesundheitsparameter) zur Optimierung von Fütterung und Herdenmanagement. Die Technik dient der Steigerung der Ressourceneffizienz, der Reduktion von Betriebsmittelaufwand und Umweltbelastungen sowie der Erfüllung rechtlicher Vorgaben, etwa der Düngeverordnung (DüV) in Deutschland oder des Aktionsprogramms Nitrat in Österreich. Die Umsetzung erfordert eine hohe Datenkompetenz der Betriebsleitung sowie eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.