Nutz tierhaltung
Die Nutztierhaltung bezeichnet im agrarwissenschaftlichen Kontext die planmäßige, zielgerichtete Haltung und Vermehrung domestizierter Tierarten zur Erzeugung von Nahrungsmitteln (Fleisch, Milch, Eier), Rohstoffen (Leder, Wolle, Dünger) oder zur Erbringung von Dienstleistungen (Landschaftspflege, Zugleistung). Sie umfasst sämtliche Produktionsverfahren von der Ferkelerzeugung über die Mast bis zur Milchviehhaltung, wobei die Verfahrenstechnik, Fütterung, Genetik und Tiergesundheit zentrale Steuerungsparameter darstellen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich basieren auf dem Tierschutzgesetz, der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sowie den Vorgaben des Gemeinsamen Antrags (GAP) und der ÖPUL-Maßnahmen. Die Haltungsformen reichen von konventionellen Systemen mit hohem Automatisierungsgrad bis zu extensiven Weidehaltungsverfahren. Die betriebswirtschaftliche Optimierung erfolgt unter Berücksichtigung der Grenzen der Tierleistung, der Emissionsminderung (Ammoniak, Treibhausgase) und der Vorgaben der Düngeverordnung zur Nährstoffbilanzierung. Die Nutztierhaltung ist als Produktionsverfahren streng von der Hobbytierhaltung oder der Wildtierhaltung abzugrenzen.

