Frostschutzberegnung
Die Frostschutzberegnung ist ein kulturtechnisches Verfahren im Pflanzenbau, das primär im Obst- und Weinbau sowie im Gemüseanbau zur Abwehr von Spätfrostschäden eingesetzt wird. Das physikalische Prinzip beruht auf der Freisetzung von latenter Wärme beim Phasenübergang von Wasser zu Eis. Während der Beregnung gefriert das auf die Pflanzen aufgebrachte Wasser und gibt dabei pro Gramm Wasser etwa 334 Joule Wärmeenergie ab. Diese Wärme hält die Temperatur im Pflanzengewebe konstant bei 0 °C, solange der Eisansatzprozess andauert. Entscheidend für die Wirksamkeit ist eine kontinuierliche Wasserzufuhr ab dem Zeitpunkt des Temperaturrückgangs unter den Gefrierpunkt bis nach Sonnenaufgang. Die Beregnungsintensität muss an die herrschende Windgeschwindigkeit und die negative Temperaturdifferenz angepasst werden. Eine Unterbrechung der Beregnung führt zu einem schlagartigen Temperaturabfall und irreversiblen Frostrissen im pflanzlichen Gewebe. Die Anwendung unterliegt in Österreich und Deutschland den wasserrechtlichen Bestimmungen sowie den Vorgaben der jeweiligen Landesverordnungen zur Wasserentnahme. Der Wasserbedarf beträgt je nach Witterung zwischen 20 und 40 mm pro Nacht, was bei großflächiger Anwendung erhebliche Mengen an Beregnungswasser erfordert.

