Gestänge
Als Gestänge wird in der Landtechnik die tragende und funktionale Konstruktionseinheit bezeichnet, die zur Aufnahme und Führung von Anbaugeräten oder Werkzeugen an selbstfahrenden Arbeitsmaschinen oder Traktoren dient. Es handelt sich um ein mechanisches Rahmensystem, das in der Regel aus hochfestem Stahl oder Aluminium gefertigt ist und über Hydraulikzylinder in der Höhe, Neigung oder Seitenlage verstellt werden kann. Im engeren Sinne wird der Begriff vor allem im Pflanzenschutz und in der Düngung verwendet, wo das Gestänge die Verteilereinrichtungen wie Düsen oder Schleuderscheiben trägt und deren Arbeitsbreite von typischerweise 12 bis 48 Metern definiert. Die Ausführung umfasst Klappmechanismen für den Straßentransport sowie Niveauregelungssysteme, die eine konstante Arbeitshöhe über unebenem Gelände gewährleisten. Die mechanische Stabilität und die präzise Führung des Gestänges sind entscheidend für die Einhaltung der Abdriftminderungsklassen nach der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung und für die exakte Ausbringung von Betriebsmitteln gemäß der Düngeverordnung. Moderne Gestängesysteme integrieren zudem Sensoren zur automatischen Teilbreitenschaltung und zur Kollisionsvermeidung.

