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Kalkstickstoff

Kalkstickstoff ist die landwirtschaftliche Bezeichnung für den Dünger Calciumcyanamid (CaCN₂), der durch Umsetzung von Calciumcarbid mit molekularem Stickstoff bei hohen Temperaturen hergestellt wird. Er enthält etwa 20 % Stickstoff und 50 % Calciumoxid. Im Boden hydrolysiert Kalkstickstoff zunächst zu Cyanamid (H₂CN₂), das über Harnstoff zu Ammoniumstickstoff umgewandelt wird. Diese Zwischenstufe wirkt fungizid und herbizid, insbesondere gegen bodenbürtige Schaderreger wie Wurzelhals- und Kohlhernie sowie keimende Unkräuter. Die volle Düngewirkung entfaltet sich nach etwa zwei bis vier Wochen, weshalb eine zeitliche Vorlage vor der Saat oder Pflanzung erforderlich ist. Aufgrund der langsamen Freisetzung unterliegt Kalkstickstoff den Bestimmungen der Düngeverordnung (DüV) und ist im ÖPUL-Programm als Stickstoffdünger anrechenbar. Die Anwendung erfordert aufgrund der Ätzwirkung des Cyanamids auf Haut und Schleimhäute zwingend persönliche Schutzausrüstung. Der Einsatz ist auf Flächen mit einem pH-Wert unter 7,5 zu empfehlen, da bei alkalischen Böden Ammoniakverluste auftreten können.