Striegel
Der Striegel ist ein landwirtschaftliches Gerät zur mechanischen Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung, das vorwiegend im Ackerbau sowie im ökologischen Landbau eingesetzt wird. Es handelt sich um einen gezogenen oder angehängten Arbeitsgeräteträger, dessen Wirkprinzip auf federnden Zinken aus gehärtetem Stahl beruht. Diese Zinken, meist in mehreren Reihen angeordnet, arbeiten flach im Boden (0,5 bis 5 cm Tiefe) und bekämpfen auflaufende Unkräuter durch Verschütten, Ausreißen oder Verletzen der Keimlinge, ohne die Kulturpflanze nachhaltig zu schädigen. Die Intensität der Bodenbearbeitung wird über den Anstellwinkel der Zinken, die Fahrgeschwindigkeit (6 bis 15 km/h) und den Anpressdruck gesteuert. Moderne Striegel verfügen über eine Sektionensteuerung mittels GPS und ISOBUS, um Überlappungen zu vermeiden und die Schlagkraft zu erhöhen. Im Jahr 2026 ist der Striegel ein zentrales Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz, da er zur Reduktion des chemischen Pflanzenschutzmitteleinsatzes beiträgt. Rechtlich relevant ist sein Einsatz im Rahmen der Direktzahlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie der österreichischen ÖPUL-Maßnahme „Umweltgerechte Bewirtschaftung“, wo der Verzicht auf Herbizide durch mechanische Verfahren wie das Striegeln gefördert wird. Die korrekte Einstellung ist entscheidend, um Schäden an der Kultur zu vermeiden und die geforderte Wirksamkeit zu erzielen.

