Nährstoffbilanz
Die Nährstoffbilanz ist ein zentrales Instrument des betrieblichen Nährstoffmanagements und stellt die Gegenüberstellung aller Nährstoffzufuhren und -abfuhren innerhalb eines landwirtschaftlichen Betriebs oder einer Fläche für einen definierten Zeitraum (meist ein Wirtschaftsjahr) dar. Sie erfasst systematisch die Zufuhr durch Mineraldünger, Wirtschaftsdünger, Saatgut, legume N₂-Fixierung und atmosphärische Deposition sowie die Abfuhr über Ernteprodukte und gegebenenfalls Auswaschungen oder gasförmige Verluste. Die Differenz aus Zufuhr und Abfuhr ergibt den Saldo, der als Flächenbilanz (kg/ha) oder Hoftorbilanz ausgewiesen wird.
Ein positiver Saldo (Nährstoffüberschuss) weist auf eine Anreicherung im Boden hin, die langfristig zu Umweltbelastungen wie Nitratauswaschung ins Grundwasser oder Eutrophierung von Oberflächengewässern führen kann. Ein negativer Saldo (Nährstoffdefizit) signalisiert dagegen einen Nährstoffentzug, der die Bodenfruchtbarkeit mindert und die Ertragsfähigkeit gefährdet. Die Nährstoffbilanz dient daher als Frühwarnsystem für eine nachhaltige Düngung, indem sie eine Über- oder Unterversorgung quantifiziert und so eine bedarfsgerechte Anpassung der Düngestrategie ermöglicht. Sie ist zudem eine gesetzlich vorgeschriebene Dokumentationspflicht im Rahmen der Düngeverordnung und bildet die Grundlage für die Bewertung der Nährstoffeffizienz eines Betriebs.


