Erosionsschutz
Erosionsschutz bezeichnet die Gesamtheit aller agrarischen, baulichen und bodenbiologischen Maßnahmen, die darauf abzielen, den Abtrag von Bodenmaterial durch Wasser oder Wind zu verhindern oder auf ein tolerierbares Maß zu reduzieren. Die Bodenerosion stellt einen der gravierendsten Standortfaktoren dar, da sie zur irreversiblen Verminderung der fruchtbaren Ackerkrume, zur Verschlechterung des Bodengefüges und zu Nährstoffverlusten führt. Agronomisch zentrale Verfahren sind die konservierende Bodenbearbeitung mit Mulchsaat oder Direktsaat, die eine ständige Bodenbedeckung gewährleistet. Hangparallele Bearbeitung, der Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten sowie die Anlage von Hecken und Feldrainen unterbrechen die Fließgeschwindigkeit des Oberflächenabflusses und fördern die Infiltration.
Im technischen Bereich kommen Terrassierungen, begrünte Abflussrinnen und Rückhaltebecken zum Einsatz. Die Wahl der Fruchtfolge mit einem hohen Anteil an bodenbedeckenden Kulturen wie Getreide oder Kleegras ist entscheidend. Der Erosionsschutz ist ein integraler Bestandteil des nachhaltigen Bodenschutzes und dient der langfristigen Sicherung der landwirtschaftlichen Produktionsgrundlage. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird durch den standortspezifischen Bodenbearbeitungsindex und die Hangneigung bestimmt.

